Krebbenetze

Mitte des 19.Jahrhunderts war ein junger Metzgergeselle namens Karl Humm auf der Walz. Im Elsass lernte er ein Gericht kennen, das ihm besonders gut schmeckte. Crepinets, das waren kleine, etwa talergroße Fleischplätzchen aus feinst vermahlenem Schweinefleisch und Schweinebauch, fein gewürzt mit Salz, Pfeffer, Muskat, Majoran und Koriander, mit viel Petersilie und einer moderaten Dosis Knoblauch.

"Von letzterem gerade so viel, dass man nicht einsam bleibt!" Der vom Gesellen zum Meister avancierte Karl Humm eröffnete in seinem Heimatort St. Martin eine Metzgerei und machte seinen Mitbürgern Lust auf die kulinarische Innovation, die schließlich zur Tradition wurde.

Ganz St. Martin speiste mit Vorliebe die Crepinets, inzwischen auf gut pfälzisch Krebbenetz geheißen. Kein Feiertag und keine familiäre Feier ohne die feinen Fleischplätzchen im Fettnetz.

Im Geschmack erinnern St. Martins kulinarische Botschafter an feine Bratwurst. Sie sind etwa handtellergroß und werden erst gesotten und dann von beiden Seiten angebraten.